Stilblüten

Als alter Mann hat man schon so einiges in seinem Leben zusammengetragen, so auch etliche Bücher, Zeitschriften und Heftchen.

Am Dienstag nun, also Gestern, strich ich aus lauter Langeweile, der Alkohol war schon gegen 14 Uhr ausgegangen, an meinem Bücherregal vorbei und fand ein kleines Büchlein aus dem Jahre 1961.

Dieses Büchlein trägt den Namen “Lukasburger Stilblüten”.
Untertitelt “Aus den Aufsätzen der Kleinen für den Stammtisch der Großen. Heiteres aus der Praxis 1924-1948.

Daraus nun ein paar der schönsten Auszüge.

  • Die Krähe geht hinter dem Pfluge her und pickt dem Landmann die Würmer aus der Furche. (Aus dem Aufsatz: Der Frühling)
  • Seit voriger Woche haben wir einen Rundfunkapparat. Er ist ein Geschenk meines Onkels. Seine Rückseite ist gelocht, damit der Schall hinaus kann. (Erlebnisaufsatz)
  • Der Zug fuhr auf dem Bahnsteig ein und langsam entleerten sich sämtliche Fahrgäste. (Erlebnisaufsatz)
  • Was für die Pflanze der Mist ist, das ist für den jungen Menschen die Schule. (Aufsatz: Unsere Schule)
  • Sie aßen gewaltige Mengen von Fleisch mit den Händen. Die abgenagten Knochen warfen sie hinter sich. Als der König sich vom Sessel erhob, hatte er einen großen Haufen unter sich (Die Sitten unserer Vorfahren)

Das heutzutage nur noch wenige (meist alte Menschen) über solche “Seichtigkeiten” lächeln können ist mir sehr wohl bewusst. Nichts desto trotz, fülle ich damit das Netz der unbegrenzten Möglichkeiten und trage damit zur allgemeinen Netzbeschmutzung bei.