Und wir hielten Windows 7 für “revolutionär”

In Windows 7 hat man sich doch ganz gut eingefunden. Alles war irgendwie da, wo man es vermutet hat, ein paar Beschriftungen änderten sich und die Spießer konnten sogar die Taskleiste so ändern, dass sie in etwa so aussah wie unter Windows 95. Da ließ man sich nicht einmal von einer Superbar getauften neuartigen Taskleiste abschrecken.

Und jetzt mit Windows 8?

Windows 8 setzt auf ein völlig neues Bedienkonzept und doch soll es leicht zu erlernen sein. Statt des klassischen Desktops mit Taskleiste und einem Papierkorb in der Ecke grinst das neue Windows frech mit riesigen, bunten Kacheln vom Bildschirm. Man möchte es anfassen. Aber wer hat schon einen Touchscreen?

Ja richtig… er steht ganz oben auf dem Schrank und hat nur Platz für 1024*768 Pixel – eigentlich viel zu wenig für Windows 8.

Wie auch immer: Windows 8 wurde für Tablets und Computer mit Touchscreen gemacht – nicht für das, was wir bisher kannten. Windows 8 ist die große Ausgabe von Windows Phone, dem Microsoft-Betriebssystem für Handys.

Die Privatkunden werden sich wahrscheinlich auf Windows 8 stürzen: es ist neu, sieht bunt aus, ist die Zukunft, hat eine neue Philosophie.

Die Firmenkunden sehen das sicherlich geteilt. Software braucht in Firmen gefühlte 10 Jahre, bis sie akzeptiert wird – obwohl: selbst dann wird noch darüber geschimpft. Als jemand, der “irgendwas mit Computern” gemacht hat, weiß ich, dass Bildschirmarbeiter sich mit neuen Programmen schwertun. Das ist auch bei Betriebssystemen nicht anders, nein, meistens schlimmer. Außer bei Windows 7, das wollten sie alle, obwohl das ERP da nicht mitmachte.

Es gibt aber immer ein paar, die selbst für die einfachsten Neuerungen eine Schulung brauchen. Windows 7 sieht nicht so aus wie XP? Ich will ‘ne Schulung! Office 2010 verwendet Bänder statt Menüs? Schulung, Schulung, Schulung! Das haben wir jetzt davon, dass Microsoft ihre Nutzer nicht mit jeder Neuerung entsetzt hat: bis Vista war man der alten Linie viel zu lange treu.